top of page

Löschen

Brände effektiv zu löschen und Schäden zu begrenzen gehört zu unseren Kernaufgaben.

Wenn die meisten Menschen an die Feuerwehr denken, denken sie ans ‚Löschen‘ – unsere älteste und bekannteste Aufgabe. Dabei geht es längst nicht mehr nur darum, Wasser auf Flammen zu werfen. Moderne Brandbekämpfung ist hochkomplex: Egal ob es sich um einen Zimmerbrand, ein brennendes E-Auto, einen Waldbrand oder ein Feuer in einer Industrieanlage handelt. Mit modernster Technik, Wärmebildkameras und maßgeschneiderten Löschmitteln wie Schaum, Pulver oder CO2 stoppen wir die Brandausbreitung gezielt. Unser Ziel ist es, das Feuer schnell zu ersticken und gleichzeitig den durch Löschwasser entstehenden Sachschaden so gering wie möglich zu halten.

Einsatztaktik

Die hydraulische Ventilation

LF-A - FW Bberg - Gesamtfahrzeug-10.jpg
LF-A - FW Bberg - Gesamtfahrzeug-24.jpg

Wenn maschinelle Lüfter fehlen oder der Weg zu weit ist, improvisieren wir nicht, sondern nutzen Strömungsmechanik. Wir verwandeln das Löschwasser in eine effiziente Saugpumpe, um die Einsatzstelle taktisch klug zu entrauchen.

Entrauchung per Wasserstrahl

Wie wir den Venturi-Effekt für freie Sicht nutzen

Nach dem Ablöschen steht der Angriffstrupp oft im „Nullsicht-Bereich“. Heißer Wasserdampf und Restrauch behindern die Orientierung massiv, die Hitze staut sich im Raum und die Gefahr ist noch nicht gebannt. Ohne Lüfter scheint ein schnelles Entrauchen unmöglich

Wir nutzen die Physik: Der Trupp spritzt mit einem breiten Sprühstrahl aus dem offenen Fenster ins Freie. Durch den sogenannten Venturi-Effekt reißt der Wasserstrahl die Luft und den Rauch aus dem Raum mit sich nach draußen. Es entsteht ein Unterdruck, der frische Luft nachzieht – der Raum wird „freigezogen“

Beispielgrafik

Venturi-Effekt

LF-A - FW Bberg - Gesamtfahrzeug-39.jpg

Einsatztaktik

Schlauch-
management

TLF - FW Bberg - Gesamtfahrzeug-085.jpg

Ein Angriffstrupp ist nur so schnell wie sein Schlauch. Ein gefülltes C-Rohr wird um Ecken herum tonnenschwer. Damit uns vor dem Feuer nicht die Puste ausgeht, bereiten wir den Weg penibel vor.

Reserve entscheidet

Warum wir den Schlauch in Buchten vor die Tür legen

Ein mit Wasser gefüllter C-Schlauch ist starr und tonnenschwer. Muss er im Gebäude um mehrere Ecken und Möbel gezogen werden, wird die Reibung so groß, dass der Trupp kaum noch vorankommt. Wenn dann an der Tür die Schlauchlänge fehlt, stoppt der Angriff vor dem Ziel.

Wir legen direkt vor der Brandraumtür eine Schlauchreserve (in Buchten oder als Loop) von ca. 15 Metern an. Diese „mobile Reserve“ nimmt der Trupp mit in den brennenden Raum. So bleibt er beweglich und kann jeden Winkel erreichen, ohne gegen das Gewicht im Treppenhaus kämpfen zu müssen.

Beispielgrafik

Die Schlauchreserve

Einsatztaktik

Mobiler Rauchverschluss

TLF - FW Bberg - Gesamtfahrzeug-085.jpg
TLF - FW Bberg - Gesamtfahrzeug-068.jpg

Oft ist nicht das Feuer das teuerste Problem, sondern der Ruß. Wir setzen eine klare Grenze zwischen „Gefahrenzone“ und „Rettungsweg“, um das Gebäude nicht unnötig zu kontaminieren.

Ständige
Rauchtrennung

Damit der Rettungsweg für alle sicher bleibt

Sobald die Tür zum Brandraum geöffnet wird, drückt der giftige, heiße Rauch oben aus dem Türspalt in den noch sauberen Treppenraum. Innerhalb von Sekunden wären Fluchtwege für Bewohner abgeschnitten und der Sachschaden im restlichen Gebäude vervielfacht sich.

Der Rauchverschluss wird sekundenschnell in den Türrahmen gespannt. Er versiegelt die Öffnung im oberen Bereich, wo sich der heiße Rauch sammelt. Der Trupp kann unten sicher durchkriechen. Der Brandrauch bleibt im Zimmer gefangen, das Treppenhaus bleibt rauchfrei und sicher.

Beispielgrafik

Räume rauchfrei halten

TLF - FW Bberg - Gesamtfahrzeug-082.jpg

Einsatztaktik

Schaum & Netzwasser

TLF - FW Bberg - Gesamtfahrzeug-079.jpg

Manche Brände lachen über reines Wasser. Um auch tiefsitzende Glutnester in komplexen Materialien zu erreichen, müssen wir die chemischen Eigenschaften unseres Löschmittels verändern.

Wasser perlt ab

Wie wir die Oberflächenspannung des Wassers brechen

Wasser hat eine „Haut“. Bei bestimmten Materialien wie gepresstem Stroh, Autoreifen, Textilien oder tiefen Glutnestern perlt normales Löschwasser oft einfach an der Oberfläche ab. Es kühlt zwar außen, erreicht aber das Feuer im Inneren nicht.

Durch eine minimale Zumischung von Schaummittel brechen wir die Oberflächenspannung des Wassers chemisch auf. Das Wasser wird „dünnflüssiger“. Es dringt tief in Poren und kleinste Ritzen ein (Eindringtiefe) und erstickt das Feuer dort, wo es wirklich sitzt.

Beispielgrafik

Oberflächenspannung brechen

Einsatztaktik

Dynamische Strahlrohrführung

TLF - FW Bberg - Gesamtfahrzeug-058.jpg
BLF - FW Bberg - Gesamtfahrzeug-52.jpg

„Wasser marsch und draufhalten“ war gestern. Die Energiedichte moderner Wohnungsbrände ist extrem. Wir nutzen das Wasser nicht nur zum Löschen, sondern als Schutzschild gegen die Hitze.

Malen mit Wasser

Warum wir nicht einfach nur starr „draufhalten“

Wer nur starr auf die Flammen hält, verbraucht unnötig viel Wasser und erzielt wenig Kühlwirkung im Raum. Die heißen Rauchgase an der Decke – die eigentliche Gefahr für eine Durchzündung (Flashover) – bleiben ungekühlt über dem Trupp stehen.

Wir bewegen das Strahlrohr aktiv in Mustern. Mit kreisenden Bewegungen (O-Muster) kühlen wir die heiße Rauchschicht. Mit Zick-Zack-Bewegungen (Z-Muster) löschen wir brennende Flächen ab. So entsteht ein maximaler Kühleffekt bei minimalem Wasserschaden.

Beispielgrafik

Die Lösch-Muster (O & Z)

Notrufnummern:

Die Gefahren bei uns:

Image by Chris Gallagher

Wasser & Natur

Bei Starkregen und steigenden Pegeln errichten wir Barrieren aus Sandsäcken, um Wassermassen gezielt umzuleiten und Wohnbereiche trocken zu halten. Sollte Wasser dennoch eindringen, setzen wir leistungsstarke Tauchpumpen und Nasssauger ein, um Keller schnellstmöglich wieder trocken zu legen. Unser Ziel ist es, das Mauerwerk vor nachhaltiger Durchfeuchtung zu schützen und so teure Langzeitschäden an der Bausubstanz zu verhindern.
Image by niko photos

Umwelt

Schon wenige Tropfen Öl oder Treibstoff reichen aus, um hunderte Liter Trinkwasser zu verunreinigen. Deshalb reagieren wir bei Verkehrsunfällen sofort: Wir dichten Leckagen an Fahrzeugen ab, fangen austretende Schadstoffe auf und binden Flüssigkeiten auf der Straße. So verhindern wir, dass Gefahrenstoffe in die Kanalisation oder das empfindliche Grundwasser sickern und schützen unseren Lebensraum vor langfristigen ökologischen Schäden.
Image by Thomas Ehling

Feuer (Riegelstellung)

Ein Feuer hält sich nicht an Grundstücksgrenzen. Deshalb gilt bei Großbränden oft die eiserne Regel: 'Schützen geht vor Löschen'. Unser primäres Ziel ist es dann, die noch intakten Gebäude in der Nachbarschaft – seien es Wohnhäuser oder landwirtschaftliche Ställe – vor der Zerstörung zu bewahren. Wir schirmen diese Objekte aktiv ab und ziehen eine klare Grenze, die das Feuer nicht überschreiten darf, um den Schaden strikt auf den Entstehungsort zu begrenzen.

Verhalten im Ernstfall

Klare Handlungsanweisungen, wenn die Sirene geht.

01

Ruhe bewahren

Panik führt zu Fehlentscheidungen. Atmen Sie tief durch und verschaffen Sie sich einen Überblick. Wichtig: Bringen Sie sich selbst nicht in Gefahr (Eigenschutz geht vor!).

02

Richtig reagieren

  • Bei Feuer: Fenster & Türen schließen, Gebäude sofort verlassen, Nachbarn warnen.

  • Bei Unwetter: Im Gebäude bleiben (weg von Fenstern). Keller und Tiefgaragen meiden!

  • Bei Unfall: Unfallstelle absichern, Warnweste tragen.

03

Notruf 122 wählen

Wählen Sie den Notruf und bleiben Sie ruhig. Sagen Sie: WO ist es passiert? WAS ist geschehen? WIE VIELE Verletzte? Ganz wichtig: Legen Sie nicht auf – warten Sie auf Rückfragen der Leitstelle!

bottom of page